Montag, 6. Oktober 2008

Wenn meine Seele musiziert

Regen prasselt gegen meine Fensterscheiben,
Schon seit Stunden unentwegt.
Warum nur all meine Sinne daran haften bleiben,
Ich frag mich warum es mich so bewegt.

Monoton schlagen die Tropfen gegen das Glas,
Für manchen mag das unbemerkt vorüberziehn,
Doch für mich ist das mehr als das,
Ich höre im Regen Melodien.

Ganz leis zuerst und unscheinbar,
So als dränge es sich nicht auf.
Doch irgendwann hör ich es klar,
Der Reigen nimmt seinen Lauf.

Ich tauche ein in die Harmonie,
werde von der Rhythmik beherrscht.
Das Konzert meiner Phantasie,
Ein Meisterwerk, ich lausche ihm zuerst.

Ich lausche wie andächtig dem Klang,
Den meine Schöpfungskraft kreiert.
Dieser himmlische Gesang,
Wenn meine Seele musiziert.

Süße Lieder voller Liebe,
Schwingen leicht und fesseln sanft.
Dass ich nicht dort gefangen bliebe,
In dieser Welt voll edlem Samt.

Chöre wie aus Engelsstimmen,
Rufen meine Sehnsucht laut hinaus.
Schallen wie von den höchsten Zinnen,
Zu meinem tosenden Applaus.

Bin allein auf den Rängen,
Vermag dieses Glück nicht zu teilen.
Solange sich noch Regenwolken auf den Himmel drängen,
Werd ich hier noch still verweilen.

Wenn die Sonne wieder durch das Dunkel bricht,
Hat das Orchester seinen letzten Streich getan.
Es erfüllte glanzvoll seine Pflicht,
Und stimmte meine Symphonien an.

Aus dem Rausch bin ich erwacht,
Während sich der Himmel klärt.
Frag mich mit welchen Wundern ich wohl dann bedacht,
Bei meinem nächsten Wolkenbruch Konzert.

Florian Beier, 05.10.08

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