Dienstag, 13. April 2010

Gebet eines Agnostikers

Verzeih mir Gott, wenn ich nur an schlechten Tagen bete.
Es klingt paradox, aber dein Dasein bemerke ich erst wenn du fehlst.
Glück führte ich immer auf mich zurück und erst wenn der Wind sich drehte,
Fiel ich vor dir die auf die Knie und flehte, dass du mein Schicksal milde wählst.

Vergib mir Gott, so manch eitle Stunde,
In der ich mich so gerne reden hörte und mich selber überbot.
Von dir erzählte ich nichts in dieser heiteren Runde,
Und nichts davon wie klein ich bin in der Not.

Ich gebe zu, das Danken war stets schwerer als die Bitte,
Und du viel zu oft der Sündenbock.
Sorgsam wählt man seine Schritte,
Und doch landet alles am Schafott.

Du, der du alles weißt,
Weißt sicher auch um meinen Stolz.
Und auch genau was es für mich heißt,
Zuzugeben wenn ich nicht konnt - aber so gerne wollt.

Mein lieber Freund, drum machs mir nicht so schwer,
Und schieb gar nicht erst Steine auf meinen Weg.
Dann versprech ich dir, verlorener Sohn, ich komm nicht zu oft her,
Und bitte dich um nichts, in keinem bemühten Gebet.

Florian Beier, 13.04.10

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

wow...
das berührt mich!